Aus der Neuen Solidarität Nr. 28/2007

Klimawandel aus dem All

Henrik Svensmark und Nigel Calder, The Chilling Stars. A New Theory of Climate Change („Die kühlenden Sterne. Eine neue Theorie des Klimawandels“), 246 S., erschienen 2007, bisher noch keine deutsche Ausgabe.

Wenn Sie das nächste Mal zum Himmel aufschauen, und Ihre kleine Tochter fragt Sie: „Papa, woher kommen die Wolken?“, können Sie antworten: „Die kommen vom Rest des Universums.“ Oder wenn Sie nach den Sternen blicken, und Ihr kleiner Sohn fragt: „Mama, was machen die Sterne da oben?“, können Sie antworten: „Mein Junge, die helfen, die Wolken zu machen.“

Wer angesichts dieser Zusammenhänge zwischen Sternen und Wolken ins Grübeln über das Unendliche kommt, ist auf bestem Wege, die Entdeckungen des Wissenschaftlerteams aus dem dänischen Nationalen Raumfahrtzentrum unter der Leitung von Henrik Svensmark nachzuvollziehen. In ihren Experimenten haben sie nachgewiesen, daß bestimmte Teilchen aus dem Weltall zur Bildung von Kumuluswolken beitragen, und damit revolutionieren sie unser gesamtes Verständnis der Gründe für Klimaveränderungen auf der Erde. Nach diesem Buch kann kein ehrlicher Wissenschaftler noch behaupten, das Erdklima werde hauptsächlich von der industriellen Aktivität des Menschen bestimmt. Es ist auf jeden Fall bewiesen, daß der größte Teil von dem, was wir Klima nennen, von Faktoren verursacht wird, die von außerhalb der Erdatmosphäre auf uns einwirken.

Mit Nigel Calder als Reiseführer beschreibt dieses Buch die Geschichte der jungen Disziplin der Kosmoklimatologie - eingeschlossen die Angriffe der Gedankenpolizei des Weltklimarats IPCC auf Svensmark wegen seines einzigartigen Beitrags zur Wissenschaft. Auch wenn es in populistischen neokartesischen Begriffen formuliert ist, ist das Buch Pflichtlektüre für alle, die es ernst damit meinen, die massenmörderischen politischen Folgen des Klimaschwindels von Al Gore, IPCC & Co. zu verhindern.

Faktoren von Klimaveränderungen

Wenn Sterne explodieren, geben sie intensive elektromagnetische Lichtfrequenzen ab, die wir gewöhnlich kosmische Strahlung nennen. Die Myonen, der intensivste Teil dieser Strahlung, sind so stark, daß sie das Magnetfeld von Sonne und Erde durchdringen. Wenn die Myonen durch die Raumzeit des Alls herangeschossen kommen, stoßen sie mit Molekülen der Atmosphäre wie z.B. Schwefelsäure zusammen, die ihre Elektronen zerstreuen. Diese frisch abgegebenen Ionen impfen den Himmel, sodaß umgehend Kumuluswolken kondensieren. Eine dichte Wolkendecke in dieser niedrigen Höhe kühlt die Erde ab, weil sie die helle, heiße Sonnenstrahlung zurückwirft. Wieviel Myonen bis zu dieser Erdnähe herangelangen, hängt von der unterschiedlichen Intensität der Sonnenstrahlung ab, abhängig von Sonnenflecken, dem sehr variablen Sonnenwind und der je nach der Entfernung zur Erde unterschiedlichen Gravitationskraft der Sonne.

Eine stärkere Abstrahlung der Sonne bedeutet, daß mehr Myonen aufgehalten werden, bevor sie eine niedrige Höhe erreichen, und dementsprechend weniger Wolken und eine wärmere Erde. Umgekehrt bedeutet eine schwächere Sonnenstrahlung, daß mehr Myonen zur Erde gelangen, sich mehr Wolken bilden und der Planet abkühlt. Diese Wechselwirkung verschiedener elektromagnetischer Frequenzen, die sich Millionen von Kilometern über den Kohlenstoffemissionen der menschlichen Industrie abspielen kann, entscheidet, in welcher Weise sich das, was wir Klima nennen, in bestimmten Zeiträumen entwickeln kann.

Tatsächlich stellt man fest, wenn man der in den Isotopen hinterlassenen Spur der Bewegung unseres Sonnensystems durch die Milchstraße folgt, daß über die vergangenen 550 Millionen Jahre immer eine umgekehrte Wechselbeziehung zwischen auftreffender kosmischer Strahlung und Erderwärmung bestanden hat. Bewegt sich unser Sonnensystem durch die Spiralarme der Milchstraße, so trifft es auf eine höhere Dichte an Sternen und Supernovae, wird also mit mehr Myonen überschüttet als in den Regionen zwischen, über oder unter den Spiralarmen. Die Folge ist, daß es auf der Erde zu manchen Zeiten Eismassen bis in Äquatornähe gibt und zu anderen Zeiten die Gletscher vollständig abschmelzen - ganz unabhängig davon, wieviel Kohlendioxid in die Erdatmosphäre gelangt.

Wem das zu extrem erscheint, dem kann man zur Beruhigung sagen: Es gibt auch noch andere Faktoren, die das Klima verändern können. Beispielsweise Jupiter. Periodische Schwankungen der Erdumlaufbahn infolge der Anziehungskraft des Jupiters spielen eine sehr wichtige Rolle für langfristige globale und lokale Schwankungen von Feuchtigkeit und Trockenheit, Wind und Regen sowie biologischen Verhältnissen. Die Veränderungen haben z.B. Einfluß darauf, welche Arten von Boden, Lehm oder Sand wo und in welchen Mengen vorhanden sind und wie verschiedene Formen der Erosion die Körnigkeit und Mengen verschiedener Minerale sowie Umfang und Vielfalt möglichen Lebens in der Biosphäre beeinflussen. Das Leben wiederum ist, wie der Biogeochemiker Wernadskij nachwies, ein weiterer Faktor dabei, wie sich die verfügbaren Isotopen in den Mineralvorkommen verteilen und konzentrieren.

Und natürlich schafft auch die Verschiebung tektonischer Platten langsam die Berge, Meere und anderen Phänomene, die Grenzen zwischen Biomen bilden, ebenso wie Erdbeben und Gletscher. Erst wenn man diese gesamte Dynamik in Rechnung gestellt hat - was mit Computern vor allem in Hinsicht auf Wolkenbildung und Sonnenaktivität nicht möglich ist -, können Wissenschaftler damit anfangen, den menschlichen Faktor bei Klimaveränderungen zu untersuchen.

Die Ausnahme, die die Regel bestätigt

Es gibt nur einen halbwegs berechtigten, da wissenschaftlichen Einwand gegen die Arbeiten von Svensmark u.a. in der Kosmoklimatologie. 2001 verwiesen Jürg Beer u.a. von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich auf das „Laschamp-Ereignis“ vor etwa 40.000 Jahren inmitten der letzten Eiszeit. Zu der Zeit schwächte sich das Magnetfeld der Erde auf etwa ein Zehntel der üblichen Stärke ab und ließ einen höheren Zustrom kosmischer Strahlung in die niedere Atmosphäre zu, was an den hinterlassenen Isotopen von Beryll-10 und Chlor-18 abzulesen ist. Dennoch lassen die gemessenen Sauerstoff-18-Isotopen auf keine signifikante Abkühlung schließen. Warum?

Die Antwort ist, daß gewöhnliche kosmische Strahlen nicht wesentlich zur Wolkenbildung beitragen. Das tut nur das Myon, das etwa 200 Mal dichter ist als ein gewöhnliches Elektron und deshalb den Eintritt in die Atmosphäre übersteht, der andere kosmische Strahlung spaltet, deren Ionenladung in die Atmosphäre aufgenommen wird. Das dichtere Myon spaltet Elektronen von atmosphärischen Teilchen ab und ionisiert sie, ohne sich selbst zu verändern. Deshalb spielen die Myonen bei der Wolkenbildung in der unteren Atmosphäre die entscheidende Rolle, weil eine viel höhere Wahrscheinlichkeit besteht, daß sie durch das Magnetfeld von Sonne und Erde und durch unsere Atmosphäre hindurch gelangen. Beer und sein Team machten den Fehler, daß sie die Myonen, deren Zustrom nicht von der Stärke des Magnetfelds der Erde abhängig ist, nicht berücksichtigten.

Die politischen Hintergründe

Sehr vielen Menschen, besonders auch Wissenschaftlern und Politikern, ist aufgefallen, daß die Kritiker der These der vom Menschen durch agroindustriellen Ausstoß von Kohlendioxid, Methan und anderen Gasen verursachten Klimaerwärmung in seltsam fanatischer Weise angegriffen werden. Irritierte Wissenschaftler berichten über zahllose Fälle, von der Verweigerung von Forschungsgeldern und Veröffentlichungen über die Machenschaften des Weltklimarats, der ihre Forschungsergebnisse aus dem Zusammenhang reißt oder bewußt verfälscht, bis hin zur Verleumdung als angebliche Auftragsschreiber im Dienste der Erdölmultis. Manche wurden sogar an Leib und Leben bedroht, nur weil sie sich der vorgegebenen Meinung nicht beugen wollen (wo bleibt da die Demokratie?). In persönlichen Gesprächen sagen viele, sie könnten sich nicht erklären, woher dieser Fanatismus kommt. Wahre Wissenschaft könne doch niemals bloßer „Konsens“ sein.

Deshalb wurden auch viele wissenschaftliche Schriften veröffentlicht, die widerlegen, daß man aus Eisbohrkernen zuverlässig frühere Konzentrationen von Gasen in der Atmosphäre ablesen könne, daß man mit Computern Klimaveränderungen in Modellen erfassen und voraussagen und durch statistische, empirische Korrelation beweisen könne, daß ein CO2-Anstieg einen globalen Temperaturanstieg verursache. Doch was die Kosmoklimatologie so interessant macht, ist, daß sie die These vom anthropogenen Klimawandel nicht durch Negation, sondern durch positiven Beweis widerlegt. Mit anderen Worten, diese Wissenschaftler haben nicht bloß nachgewiesen, daß eine falsche These der genaueren Prüfung nicht standhält, sondern sie haben unsere Kenntnis der Gesetze des Universums erweitert.

Dazu befaßt sich die Kosmoklimatologie intensiv mit dem Isotopenfluß und der Datierung seiner geologischen Belege, die sich an scheinbar ganz un-astronomischen Orten verstecken, wie etwa dem Meeresboden, links- oder rechtshändigen mikroskopisch kleinen fossilen Lebewesen wie den Foraminiferen oder den Artefakten der Frühgeschichte.

Wir hätten dieses Wissen über die Ursachen von Klimaveränderungen aus dem All nicht erwerben können, hätten nicht Präsident Roosevelt das Manhattan-Projekt und Präsident Kennedy das Apollo-Projekt in Auftrag gegeben, deren wissenschaftliche Fortschritte in alle Bereiche der Wirtschaft weiterwirken. Wissenschaftler, die mit dem Konsens brechen, wissen sehr wohl, daß wissenschaftliche Wahrheit politisch ist, so wie Roosevelt und Kennedy umgekehrt bewiesen haben, daß auch politische Ökonomie wissenschaftlich sein kann. Dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man sich an dem bahnbrechenden Buch von Svensmark und Calder über den Kampf um Wahrheit in der begeisternden neuen Wissenschaft der Kosmoklimatologie erfreut.

Ian Overton (LYM)