Soziale Marktwirtschaft statt Sozialstaat!

 

Die staatlich verordneten Sozialwerke stecken in tief roten Zahlen. Ein wichtiger Grund ist sicher, dass eine aufgeblähte Bürokratie eine ganze Menge Löcher bieten, um die Sozialversicherungen auszubeuten und dies nicht nur durch die Empfänger der entsprechenden Gelder. Wie einfach ist es doch für einen Betrieb, aus diesem mehr Gewinn herauszuholen ist, wenn man sich auf Staatskosten zahlreicher Mitarbeiter, die nicht so rentabel sind, zu entledigen. Man kann sich die Mühe sparen, sich der einzelnen Fälle anzunehmen und ihnen einen Arbeitsplatz anzubieten, der ihrem Charakter und Fähigkeiten besser entspricht. Wie schnell hat man eine psychische Krankheit oder ein Leiden, das schwer korrekt zu diagnostizieren ist, konstruiert, damit die IV in die Bresche springt.

 

Als ich in das Berufsleben eintrat, war eben erst die AHV nach mehreren negativen Abstimmungen geboren. Aufgrund der demographischen Entwicklung, die zwar in einigen Jahren ganz anders aussehen kann, ortet man auch bei dieser Versicherung ein Finanzloch.

Später kamen die IV, ALV, die obligatorische 2. Säule und die obligatorische Krankenversicherung dazu. Seit es diese Versicherungen gibt, nimmt die Invalidität zu, weil es viel mehr vermeidbare Unfälle gibt, dank der ALV werden Angestellte viel leichter entlassen,  es werden viele noch arbeitsfähige Leute frühpensioniert, und die Medizin erfindet eine ganze Reihe neuer Krankheiten mit entsprechenden Tests, weil wir ja alle versichert sind.

Nur schon das Eintreiben dieser Versicherungsprämien verursacht eine unglaubliche Bürokratie ganz abgesehen von Kontrollen, die Missbräuche verhindern sollten. Da diesbezüglich der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, wird der Staat immer ein paar Schritte im Hintertreffen sein nach dem Motto: Die Intelligenz verfolgt uns, aber wir sind schneller. Es ist letztlich die Wirtschaft, die all diese Kosten berappen muss und deshalb die Produktion allgemein verteuert.

 

Ich bin überzeugt, dass alles viel effizienter und damit billiger wäre, wenn sich die Betriebe selbst so organisierten, dass sie ihren Angestellten gegenüber die soziale Verantwortung übernehmen würden. Es würde dabei nicht schaden, wenn keine gefährlichen Sportarten mehr versichert und von der Allgemeinheit bezahlt würden. Für Extrawürste müsste halt jeder und jede selber für eine entsprechende Absicherung besorgt sein. Die Betriebe müssten auch für eventuelle Durststrecken Rücklagen schaffen und mit der Belegschaft Massnahmen vereinbaren und nicht einfach Leute entlassen. Die Wirtschaft müsste zur Volkswirtschaft zurückkehren und nicht für Börsenspekulanten die Gewinne optimieren. Das soziale Verhalten muss wieder an der Basis passieren. Kleinbetriebe können sich zusammentun, Grossbetriebe haben längst ihre internen sozialen Einrichtungen. Der Bürger muss wieder spüren, dass er immer derjenige ist, der am Schluss die Zeche für alle scheinbaren Annehmlichkeiten zahlt.

 

Der Sozialstaat hat die Menschen unsozial gemacht. Alle Probleme werden delegiert an sogenannte unpersönliche Experten, wodurch wiederum eine unglaubliche Bürokratie entstanden ist. Das Sozialwesen ist zum Unwesen mutiert und wird allgemein als lukratives Geschäft betrieben. Jeder Liebesdienst kostet und wird bürokratisch abgewickelt. Der Sozialismus hat sich zur unsozialen und kostspieligen Maschinerie entwickelt. Wenn die Wirtschaft wieder soziale Verantwortung übernimmt, nehmen diese  allgemein die einzelnen Menschen wieder wahr. Die zwischenmenschlichen Beziehungen profitieren und die Börsenspekulanten haben das Nachsehen, weil sie keine Versicherungsgelder mehr für ihre Spielereien zur Verfügung haben.

 

Die Aufgabe des Staates bleibt dann, die Betriebe zu überwachen, damit diese ihren Pflichten nachkommen. Den Arbeitnehmern müsste man das Klagerecht erleichtern, indem die Gerichte zuerst ihre Arbeit verrichten müssten, bevor sie dafür Gebühren eintreiben könnten, ebenso die Anwälte. Andere Leute müssen auch zuerst etwas tun, bevor sie den Lohn bekommen.

Wir brauchen ein neues Denken, das Zusammenarbeit fördert statt Konkurrenzkampf um jeden Preis.

Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden