Die Schengenfalle
Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen! Dieses alte Sprichwort sollten sich all jene hinter die Ohren schreiben, die glauben, unsere Nachbarländer würden zu uns stehen, wenn ihre eigenen Interessen auf dem Spiel stehen. Verträge hin oder her, jedem ist das Hemd näher als die Jacke, auch den sogenannten Freunden.
Die Naivität unserer Behörden ist grenzenlos. Mit dem Fall Göldi hat uns die EU richtiggehend vorgeführt. Was die Kriecherei bringt, zeigen auch die unseligen CDs, mit denen unser Bankgeheimnis und die Rechtsstaatlichkeit ausgehebelt werden. Wir haben uns auf der ganzen Welt lächerlich gemacht. Mit dem Schengenabkommen sind wir der EU ganz schön auf den Leim gekrochen. Durch den UNO-Beitritt haben wir unsere Neutralität aufgegeben. Unsere Streitkräfte sind so unter der Kontrolle der NATO, dass sie für robuste Auslandeinsätze taugen, aber niemals mehr für Verteidigung unseres Landes. Vor lauter Wohlstand und Dummheit merken wir nicht mehr, dass uns niemand mehr erst nimmt. Wir werden längst fremdbestimmt.
Was die Alliierten seinerzeit via Hitlerdeutschland nicht erreichten, haben die Wallstreet und die EU durchgesetzt. Vor lauter „Brot und Spiele“ haben wir nicht bemerkt, wie uns die eigene Regierung mit ihren Vasallen der Wirtschaft verraten hat. Mit dem Schengen/Dublin-Abkommen haben wir das Grundrecht des souveränen Staates, nämlich die Kontrolle über unser Territorium und die Einreisen geopfert und dafür gar nichts erhalten, im Gegenteil. Wir dürfen nun jährlich mehr Solidarleistungen für die Bewachung der Schengen-Aussengrenzen bezahlen.
Wenn jemand behauptet wir hätten als Vollmitglied der EU ein Mitspracherecht, kann ich nur lachen. Wir könnten bestenfalls mitnicken und müssten dafür soviel bezahlen, dass unser vielgerühmter Wohlstand bald der Geschichte angehörte. Die armen Ausländer, die wir ins Land geholt haben, würden uns dann zeigen, wie man sich für wenig Geld schmutzige Hände bei der Arbeit macht. Die billigen Arbeitskräfte wären wir dann selber.
Es gibt nur noch eines, die Bilateralen Verträge zu kündigen, die Ärmel hochzukrempeln und „Schaufel und Pickel“ wieder selbst in die Hand zu nehmen. Man kann im Leben nicht alles haben; Freiheit und Selbstbestimmung ist mit harter Arbeit verbunden. Reichtum steht immer nur einer Minderheit zur Verfügung und dies solange, als es Dumme gibt, welche die Drecksarbeit verrichten. Reichtum schafft Armut und macht auf lange Sicht abhängig. Freiheit bedeutet Bescheidenheit und Verzicht, was nicht Armut sein muss im Gegenteil. Es wäre ein Reichtum, der nicht in Franken und Rappen auszudrücken wäre aber in Zufriedenheit, die in keinem Spielkasino verzockt werden könnte. Dafür würde man uns beneiden, heute werden wir für unsere Dummheit und Naivität ausgelacht und ausgenommen. Vor lauter Geldgier verkaufen wir unseren eigenen Grund und Boden und vor allem unsere Würde. Das Traurigste an unserer Situation ist, dass wir eine Jugend herangezogen haben, die so verhätschelt und verweichlicht ist, dass sie kaum in der Lage sein wird, die Zukunft in die Hand zu nehmen. Sie ist orientierungslos, unsere Ethik besteht darin, aus allem Geld zu machen. Man kann niemandem mehr vertrauen, weder dem Staat noch der Wirtschaft.
Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden
10.4.2010