Die billigste Energie…

 

ist diejenige, die man nicht braucht, sagte der Basler Nationalrat Rechsteiner, und der glaubt, es zu wissen! Eigentlich stimmt das haargenau, und ich kann es bezeugen, weil ich schon zu einer Zeit lebte, in der man das meiste noch von Hand verrichten musste.

 

Es gab damals noch keine Waschmaschinen, keine Kühlschränke,  nur wenige besassen einen Radio oder Velos, Kinder sowieso nicht, die hatten bis zu einer Stunde  zu Fuss in die Schule zu gehen, im Sommer barfuss.  Autos gab es nur für Geschäftsleute,  das Bier wurde noch in Fässern mit Ross und Wagen transportiert. Es gab die ersten Staubsauger, elektrische Kochherde und Bügeleisen – jedoch nicht regulierbar und ohne Dampf. Das Kaffeepulver gab man ins heisse Wasser und kochte es auf. Erst nach dem Krieg gab es die Melitafilterpapiere. Kaffeemühlen betrieb man von Hand. Die Eisenbahnen wurden erst während des Krieges wegen Kohlenmangel elektrifiziert. In den meisten Haushalten kochte man mit  Gas, das aus Kohle gewonnen wurde. Heisses Wasser aus der Leitung war eher selten. Zum Baden gab es Holzöfen mit Wassertank, wenn überhaupt. Ein Bad zu haben war nicht allgemein üblich. In vielen Familien war in der Waschküche im Keller eine Badewanne, die man am Waschtag zum Baden benützte.

 

Ja das waren noch Zeiten, da konnte man so richtig Energie sparen. Es gab nur Wasserkraftwerke und die genügten für den geringen Stromverbrauch. Es ist klar, dass man das Rad der Zeit nicht zurückdrehen kann, dennoch gäbe es verschiedene Sparmöglichkeiten, die nie konkret zur Sprache kommen. Sowohl bei der Erzeugung als auch beim Verbrauch bleibt immer die Gesamtheit der Energiemenge erhalten. Ein ansehnlicher Teil davon wird allerdings immer in Wärme umgewandelt, die man einfach als nutzlos in die Atmosphäre entlässt. Ich habe noch nie gehört, dass ein Politiker dieses Problem angesprochen hat. Es wird immer nur das CO2 für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht, obwohl es jedermann einleuchten muss, dass bei zunehmendem Energieverbrauch zwangsläufig mehr Wärme entsteht und sich die Lufthülle der Erde dadurch erwärmt. Sonnenkollektoren und Windräder erzeugen auch Wärme und zwar nicht wenig. Es wäre also sinnvoller, wenn man  Techniken entwickeln würde, um diese Wärme zu nutzen. Wir entziehen dem Boden mit Hilfe von Pumpen Wärme, warum nicht umgekehrt verfahren und Wärme dem Boden zuführen und sie so speichern. Warum nicht statt der Kühltürme bei Atomkraftwerken, diese Wärme für den Winter im Boden speichern?

 

Beim Verkehr hackt man immer nur auf den Autofahrern herum und benützt sie als Milchkühe. Der öffentliche Verkehr benötigt sehr viel Strom und erzeugt Unmengen von Wärme. Warum müssen täglich mehrere hundert Züge fast leer durch die Gegend brausen. Eine Person pro Auto benötigt viel weniger Energie, als ein Zug mit ein paar wenigen Passagieren. Mit einem reduzierten Flugverkehr könnte man ungeahnte Energiemengen sparen. Die Medien sind ein weiterer Energieverzehrer. Wozu muss jedermann über hundert verschiedene Programme empfangen können, wenn doch alle die gleichen Informationen bzw. Desinformationen liefern und sich sonst inhaltlich kaum unterscheiden? Die Zeitungen täuschen Informationsvielfalt vor, obwohl alle der gleichen Zensur unterliegen und alle in etwas dieselben Themen beschreiben.  

Es werden viel zu viele Artikel für die Freizeit produziert, auf die man mit etwas eigener Phantasie und vernünftigem Verhalten leicht verzichten könnte. Der Biosprit ist eine reine Augenwischerei, weil die Herstellung nicht nur Unmengen Energie braucht, sondern vor allem die Lebensmittelpreise in die Höhe treibt und die Ärmsten der Armen verhungern. 

 

Es wäre alles nur eine Frage der Organisation und der Zusammenarbeit. Dazu bräuchte man weder die EU noch sonst irgendwelche zu überwachende Gesetze. Guter Wille ist das einzige, das es braucht. – Übrigens mehr zu Fuss gehen, wäre ein einfaches Mittel gegen Fettleibigkeit und reduziert den Treibstoffverbrauch.

Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden.   

11.7.2008