Die Basler Kantonalbank soll privatisiert werden!
Dass gerade die SVP die göttliche Eingabe hat, die Basler Kantonalbank zu privatisieren, wundert mich nicht mehr. 1992 war diese SVP gegen den EWR. Inzwischen haben wir bilaterale Abkommen, die praktisch die genau gleichen Folgen zeitigen. Was soll dieses unehrliche Theater? Man war gegen Schengen und jetzt darf man nicht mehr gegen die Personenfreizügigkeit sein und lässt die Jungen im Regen stehen. Da stinkt etwas ganz klar zum Himmel. Das muss man der SP lassen, die sind konsequent, wenn deren Aktivitäten auch meistens nicht in allen Konsequenzen durchdacht sind und als Bumerang auf der eigenen Klientel landen, wie z.B. das Obligatorium der Krankenversicherung oder den Pensionskassen.
Wir erhielten doch in letzter Zeit wunderbar demonstriert, wie privatie Geldinstitute, seien es Versicherungen oder Banken, wirtschaften. Unter dem Deckmantel des Wirtschaftsdogmas Globalisierung gehen grosse Banken den Bach runter und wie das so üblich ist, bezahlen die Kleinen die Rechnung. Es gibt kaum eine Pensionskasse, die durch private Unternehmen nicht Milliarden Verluste eingefahren haben. So nachzulesen im Internet unter dem Stichwort „Verluste Pensionskassen“: 55 Milliarden Verluste der Schweizer Pensionskassen. Diese werden zulasten der jüngeren Generation gehen. Es ist doch sonnenklar, dass es keine Rolle spielt, ob Staat oder Private, es sind doch die gleichen Leute, welche die Fäden ziehen. Tatsache ist, wer spart, der ist der Dumme: entweder kassiert der Staat oder Banken und Versicherungen. Die Taschen sind immer die gleichen. Private Betriebe haben auch keine Hemmungen, den Staat abzukassieren, wenn sie finden, dass ihr Geschäft im „öffentlichen Interesse“ sind – Swissair, Messe Basel etc.
Wahrscheinlich ist solche Politik von der EU erwünscht, deren Aussenpolitik von den Denkfabriken des European Council on Foreign Relations inspiriert wird. Die Wohltäter dieser Denkfabriken sitzen an der Wallstreet und arbeiten mit London eng zusammen. Das sind keine Verschwörungstheorien sondern Fakten, die im Internet unter dem Strichwort „ECFR“ nachzulesen sind. Auch die SVP hat viele Mitglieder, die für zahlreiche Arbeitsplätze verantwortlich sind; aber wenn man sich schon so volksverbunden für das Wohl der Schweiz darstellt, sollte man trotzdem eine gewisse Linie, die Vertrauen schafft, an den Tag legen. Die Stimmbürger sind nicht dümmer als die Amtsinhaber, die wir bis anhin nach Bern schickten. Vielleicht ist es an der Zeit, Leute zu wählen, die gewissen minimalen fachlichen und charakterlichen Kriterien entsprechen. Im übrigen hoffe ich, dass Basel nicht von anderen Kantonen nachgeahmt werden wird.
27. August 2008: Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden