Denken verwirrt nur!

 

Die Zeitungen sind voll von Diskussionen über den weltweiten desolaten Börsencrash und die sehr wohl möglichen Folgen für die Weltwirtschaft. Die Banken und übrigen Finanzinstitute befürchten schlimmere Zustände als die der Dreissigerjahre, weil die ganzen wirtschaftlichen Aktivitäten international miteinander verhängt sind, so dass ein Land das andere in die Tiefe zieht, und dies alles dank der vielgerühmten schrankenlosen Globalisierung. Nur dadurch wurde es möglich, dass  „Börsenfachleute“ mit wertlosen „Wertpapieren“, die das Papier nicht wert sind,  der realen produktiven Wirtschaft die Milliarden aus der Tasche ziehen konnten. Weil mit Spekulationen mehr und leichter Geld zu verdienen war als mit Knochenarbeit liessen sich selbst gute Firmen verleiten, kurzfristig und kurzsichtig möglichst grosse Gewinne zu erzielen, um diese dann in virtuelle Fonds zu investieren und zu verlieren. Schnelles Geld war schon immer kurzlebig nach dem Motto: Wie gewonnen, so zerronnen.

 

Um aus der Geschichte, die sich stets  wiederholt, zu lernen,  müsste man diese halt aufarbeiten und sie so zu sehen, wie sie wirklich war. Es gibt genug mit Fakten belegte Literatur, welche die eigentlichen Urheber der letzten beiden Weltkriege offenlegt. Aber solange sich Europa davor fürchtet, auch nur einen einzigen Gedanken, der politisch nicht korrekt sein könnte, zu denken, darf man sich nicht wundern, wenn man immer wieder der gleichen Methode auf den Leim kriecht. Habsucht und Machtgier verblenden die Menschen immer wieder solange, bis sie nicht nur all das Zusammengeraffte sondern auch den Verstand verloren haben.  In der Regel endet die Sache in kriegerischen Auseinandersetzungen, weil alle noch möglichst viel von ihrer Habe retten wollen. Seit wann darf man nicht mehr quer denken?  Seit man Gefahr läuft, als rassistisch eingestuft zu werden. Via UNO hat man weltweit  - aber vor allem im „goldenen Westen“ -  entsprechende Gesetze durchgesetzt.

 

Dank der technischen Errungenschaften, die sich auch im Kriegsmaterial niedergeschlagen haben, bedeutete ein 3. Weltkrieg eine weltweite Katastrophe, welche nicht nur die Menschen, sondern die ganze Natur, zerstören würde. Das wissen alle Regierungen, weshalb zu hoffen ist, dass man statt gegenseitiger Schuldzuweisungen und Streit zur Einsicht kommt, dass das man sich vom hohen Lied der freien Marktwirtschaft verabschieden und ein Gleichgewicht zwischen Politik und Wirtschaft erreichen muss. Es braucht eine sinnvolle Aufteilung der Aufgaben zwischen Wirtschaft und Staat. Alles zu privatisieren ist deshalb nicht gut, weil dadurch keine Demokratien erreicht, sondern bestehende zerstört werden. Infrastruktur und Bildung gehört in die Hand des Staates, weil andernfalls das Volk nichts mehr zu sagen hat und sich anbahnende Missstände nicht mehr beeinflussen kann. Ausserdem sitzen in den Regierungen – wie dies heute schon der Fall ist – nur noch diejenigen, die genehm sind, nicht nachdenken und keine Fragen stellen. Das Paradebeispiel ist Amerika. Das Volk kann wählen, wen es will, die Regierung muss so und so nach der Pfeife der Kapitalbesitzer tanzen. In Europa ist es nicht anders. Niemand schafft es an die Staatsspitze oder in ein Parlament, der oder die nicht politisch korrekt denkt, am besten gar nicht.

 

Denken verwirrt nur, deshalb soll man dies den „Experten“ überlassen. Die Frage ist nur, wer sind die diese?

 

Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden

9.11.2008