Das obligatorische Versicherungsunwesen!
Als sich der Staat ins Versicherungswesen – KVG und BVG - einmischte, wurde der Weg dazu mit einer Unmenge von Gesetzen gepflastert. Diese riefen mit den entsprechenden magistralen Kontrollorganen wiederum eine aufgeblasene Bürokratie aufs Tapet.
Inzwischen sind die Prämien für die Krankenkasse jährlich gestiegen und betragen heute ein Vielfaches als vorher. Der Bevölkerung wird mit immer neuen Gefahren und damit unnötigen Ängsten für die Gesundheit eingedeckt. Dadurch werden Arztbesuche immer häufiger „nötig“. Für Ärzte, Spitäler, paramedizinische Unternehmen, Apotheken und pharmazeutische Industrie ist das goldene Zeitalter angebrochen. Die Rechnungen werden automatisch durch die Krankenkassen bezahlt, so dass man sich nicht einmal um das Eintreiben der Zahlungen zu kümmern hat. Gleichzeitig werden die Patienten ermahnt, nicht wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt zu gehen, denn das ganze Spiel läuft langsam aber sicher aus dem Ruder. Wer Arztbesuche minimiert und eine hohe Franchise wählt, wird doppelt bestraft. Die Prämien steigen trotzdem immer mehr, die Rechnungen bezahlt man zudem selbst. So ergibt sich überhaupt kein Anreiz zum Sparen. Dadurch verleiten Versicherungen zur Einstellung: Wenn ich schon so viel bezahle, will ich auch profitieren. Von solchen Erfahrungen können Versicherungen sicher ein Lied singen.
Wäre die ganze Sache wirklich zum Wohle der Bevölkerung gedacht, müssten in erster Linie Anreize für die Erhaltung der Gesundheit geschaffen werden. Viele Leiden sind auf Fehlverhalten zurückzuführen. Die medizinische Beutreuung ist jedoch zum lukrativen Geschäft geworden, das mit allen Tricks gefördert wird. Es muss für alle Beteiligten rentieren, das Wohlergehen der Patienten bleibt auf der Strecke. Die obligatorische Versicherung garantiert für die Kosten. Weil diese ausser Kontrolle geraten sind, wird die medizinische Versorgung der unrentablen Patienten einfach rationiert. In der EU ist dieses System schon weitgehend eingeführt, die Schweiz wird bald nachziehen. Könnte sich jeder Bürger freiwillig nach seinen Bedürfnissen versichern, müsste die Politik einfach nur dafür sorgen, dass die Versicherungen selbsttragend aber nicht gewinnbringend sind. Zu viel Solidarität verleitet zu Schmarotzertum, und zwar nicht in erster Linie der Patienten. Drei Viertel der TV-Reklame wirbt für Gesundheit und Erhaltung der Jugend bis ins hohe Alter. Wer sich nicht verführen lässt, ist krank.
Um die Altersvorsorge steht es nicht besser. Die Arbeitnehmer sind zum Zwangssparen verurteilt und können nicht bestimmen, was mit ihrem Geld passiert. Versicherungen und Banken erhalten so regelmässig Milliarden, mit denen sie nach Belieben spielen und verspielen können. In der Schweiz haben dadurch die meisten Pensionskassen Milliarden verloren. Nun dürfen wir unter dem Vorwand der Überalterung über die Kürzung der Renten abstimmen. Bei den Überalterungsszenarien handelt es sich um Computer-Modelle, mit denen man die Kürzung der Renten begründet, aber erstes kommt es anders und zweitens als man denkt. Nur wenn wir NEIN sagen, besteht die Aussicht, dass das vertrackte System geändert wird. Unsere Pensionsgelder müssen in die eigene produktive Wirtschaft und Forschung fliessen. Damit sichern wir nicht nur Arbeitsplätze und neues Knowhow, sondern auch unsere Unabhängigkeit. Wir können uns dann wieder Volksvertreter mit Rückgrat und aufrechtem Gang leisten.
Wir müssen aufhören, den gelehrten Experten und manipulierten Statistiken kritiklos zu glauben, sondern mehr unserem gesunden Menschenverstand zu vertrauen, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und den Obrigkeitsglauben auf das absolute Minimum zu reduzieren.
26.2.2010 - Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden