Alles hat zwei Seiten, wir ergründen die andere!

 

Die Erde ist klein geworden. In kurzer Zeit gelangen wir ostwärts in den Fernen Osten oder westwärts nach Amerika. Wir transportieren Ware von hier nach dort und umgekehrt in kürzester Zeit. Distanzen sind zu Katzensprüngen geworden. Es ist für uns selbstverständlich, im täglichen Lebensmittelangebot jederzeit alles zu finden. Die saisonalen Angebote sind in den Hintergrund getreten und gelten nur noch für einige einheimische Produkte. Das Ganze läuft unter dem Stichwort Globalisierung.

 

Was bedeutet diese Globalisierung zu Ende gedacht in der Praxis?  Die Erde ist immer noch gleich gross wie früher, die Menschen mit ihren verschiedenen Kulturen und Denkweisen sind immer noch so verschieden wie früher, auch wenn wir täglich via Fernsehen in praktisch jede Ecke der Welt sehen können. Praktisch bedeutet das, dass die Reichen sich überall auf der Welt breit machen und sich einmischen, sich der Bodenschätze bedienen und sich des Territoriums bemächtigen können, weil an ihrem eigenen Standort begehrenswerte Produkte nicht gedeihen bzw. viel kostspieliger in Treibhäusern gezüchtet werden müssten.

 

In früheren Jahrhunderten haben die Europäer, vorab Engländer, Holländer, Spanier und Portugiesen andere Länder einfach kriegerisch erobert und zu Kolonien erklärt. Afrika, Südamerika, Nordamerika und grosse Teile Asiens wurden Besitzgut der Europäer, die Menschen enteignet und entrechtet, denn sie waren die Schwächeren. Diese Kolonien bestehen im Grunde heute noch. Diese Länder sind zwar formell unabhängige Staaten geworden, aber deren Herrscher sind bis heute die Vasallen der Europäer geblieben. Europa hat zusammen mit den USA, die im Grunde immer noch von europäischen Kolonialherren regiert werden, nach dem zweiten Weltkrieg vor allem mit der Waffe „Geld“ ihre Kolonien beherrscht. Für gewalttätige Aktionen wurden Guerillas, die man mit den nötigen Waffen versorgt hatte, herangezogen. Als

 

 

diese Guerillas zu Selbstläufern wurden, indem sie sich gegen die Interessen ihrer Züchter wandten, nannte man sie Terroristen. Zu diesem Zweck hat man die UNO für den Erhalt des Weltfriedens erfunden. Wenn die Interessen der Kolonialherren in Gefahr geraten, muss die UNO antraben. Diese Art Kolonialkrieg nennt man robuster Friedenseinsatz. Diese Interessenverteidigung ist sehr kostspielig und fordert zweimal sehr viele Mittel, zuerst für das Zerstören und nachher für den Wiederaufbau.

 

Wer bezahlt das Ganze und wer verdient dabei? Die Globalisierer sind die Profiteure, die Zahler sind die arbeitenden Völker. Erstere schieben mit Hilfe der Börsen das Geld täglich über die ganze Welt, so  dass sie selbst die Übersicht verloren haben, was sich dann in den Baissen äussert. Das ist weiter nicht tragisch, denn sie verschieben ja nicht das eigene sauer verdiente Geld, sondern dasjenige der arbeitenden Gesellschaft. Diese liefert täglich Millionen an allerhand Versicherungen von ihren Salären ab. Das sind vor allem Pensionskassengelder. Aber auch die andern Versicherungen aller Art arbeiten so, dass der Profit immer für sie stimmt. Wenn die Rendite nicht mehr stimmt, kürzt man einfach die Leistungen.

 

Was können wir gegen diese Zustände tun? In den meisten Ländern ist die „Demokratie“ so gestaltet, dass den Menschen nur noch die Revolution bleibt. In der Schweiz sind wir noch in der glücklichen Lage, dass wir uns legal und demokratisch wehren können. Aber es ist höchste Zeit, dass wir die ursprüngliche Idee der Genossenschaft wieder reaktivieren und unsere Obrigkeiten und die Wirtschaft an deren soziale Verantwortung erinnern, nämlich dass sie im Dienste des Volkes zu stehen haben und nicht umgekehrt. Mehr im nächsten Info-Blatt.

 

Information-Schweiz wird Sie geneigte/r Leser/in, laufend über die aktuellen Wahrheiten orientieren. Schreiben was ist!     

Johanna Haidvogl-Werder

25.06.2007