Weshalb das Weltfinanzsystem zusammenbricht!
Stellen Sie sich vor, eine Gruppe von Leuten geht täglich ins Spielkasino und trägt jedes Mal zehnmal so viel nach Hause, wie sie eingesetzt hat. Es würde nicht lange dauern, bis das Casino schliessen müsste, weil alle Reserven und Kredite erschöpft sind. Das Spielcasino kann also nur existieren und Gewinne erzielen, wenn die Einsätze der Spieler insgesamt grösser sind als die Gewinne, die mitgenommen werden. Unter dem Strich gewinnt immer die Spielbank.
Genau das Gleiche gilt für das Börsengeschäft. Wenn die Aktienpreise so in die Höhe getrieben werden, dass sie der Finanzkraft der Unternehmen, die dahinterstecken, nicht mehr entsprechen, dann wird der Wert des Betriebes spekulativ überbewertet. Diejenigen die grosse Aktienpakete zum überhöhten Preis gekauft haben, wollen dann die Gewinne optimieren. Es werden Leute entlassen um Kosten zu sparen. Die Belegschaft wird verunsichert, die besten Leute gehen, so dass die Produktivität leidet. Es gibt auch kein Geld mehr. Die Aktienpreise fallen immer tiefer. Derjenige, der die Aktien zu einem überhöhten Preis gekauft hat, verliert und der Verkäufer hat gewonnen. Wenn dieses Spiel nicht nur mit Betrieben sondern auch mit Sachwerten, wie Liegenschaften, Grundstücken etc. gemacht wird, gewinnen die einen und die andern verlieren. Für solche Spekulationen werden Milliarden von Dollars herumgeschoben, in den letzten Jahren meist noch auf Pump. Dieses Kapital fehlt somit für Unternehmen, die Produkte herstellen, d.h. die reale Wirtschaft kommt ins Stottern. So geschehen in den USA und auch in Europa inkl. Schweiz. Der Staat hat dadurch nicht nur weniger Steuereinnahmen sondern durch erhöhte Arbeitslosigkeit mehr Auslagen.
Was hat man in den USA gemacht? Die Federal Reserve Bank in den USA hat Vollmachten wie eine staatlich kontrollierte Nationalbank; sie ist aber eine private Aktiengesellschaft. Sie kann also Geld drucken und herausgeben, was sie in der Folge unter Greenspan auch in beliebiger Menge getan hat. Das Geld ist ein Tauschmittel um dafür reale Ware zu beschaffen. Wenn viel mehr Geld in Umlauf kommt als dies der Wirtschaftskraft eines Landes entspricht, verliert es an Wert. Nach dem 2. Weltkrieg bezahlte man für einen Dollar Fr. 4.30 und heute nicht viel mehr als Fr. 1.--, wobei dies gemessen an der US-Wirtschaftskraft eigentlich zu viel ist.
Man kann sich fragen, wie ist es möglich, dass sich ein Land so etwas leisten kann? Die USA haben nach dem 2. Weltkrieg durchgesetzt, dass der Dollar zum Zahlungsmittel an den internationalen Börsen wurde. Da wird nicht nur mit Wertschriften gehandelt, sondern auch Rohstoffe wie Öl, Weizen, Kaffee, Baumwolle etc. So brauchten alle Länder einen Stock von Dollars, um ihre Ware, die sie irgendwo kaufen mussten, zu bezahlen. Wenn der Dollar nun laufend an Wert verliert, leiden alle Länder darunter, weil sie je nach Handelsvolumen, zwangsläufig auf einem mehr oder weniger grossen Dollar-Stock sitzen. Saddam Hussein hat sich erlaubt, sein Öl gegen Euro zu verkaufen um seine Dollar-Reserven abzubauen. Für die USA bedeutete es den finanziellen Ruin, wenn andere auch auf diese Idee kämen. Deshalb war Saddam wirklich eine Gefahr für die USA. Schurkenstaaten sind also solche, die dem Dollar abschwören, wobei es absolut keine Rolle spielt, ob ein Staatsmann gegenüber seinem eigenen Volk ein Schurke ist. Angesichts dieser Tatsache leuchtet es auch ein, dass die neue Iranische Ölbörse dem US-Dollar den Todesstoss geben würde, wenn sie andere Währungen wie Euro, Rubel etc. als Zahlungsmittel akzeptieren würde. So etwas kann die USA natürlich nicht hinnehmen. Es geht also nicht um angereichertes Uran, das sowieso schon eine Mehrzahl von Ländern besitzt, sondern um die Macht des Dollars. Was sagt uns das alles: Kriege zettelt man immer nur wegen des lieben Geldes an, das natürlich auch – je mehr man davon hat – Macht bedeutet. Damit hängt auch der globale Terrorismus zusammen. Er destabilisiert alle Länder und die Kollateralschäden, so rechnet man, bringen die Konjunktur wieder in Schwung.
Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden
10.2.2008