Rückblick auf gut 70 Jahre!
Wie sich doch die Zeiten verändert haben. Vor dem 2. Weltkrieg war die Situation wirtschaftlich ähnlich wie heute. Wie damals stand Europa unter der Fuchtel des British Empire. In London liefen alle Fäden zusammen. Die USA waren zwar eigenständig, aber sozusagen seelisch immer noch eng mit England verbunden. Die Schweiz war eine demokratische Insel im Herzen Europas. Das Volk war stolz darauf und die Regierung hat unser direktdemokratisches System mit Stolz im Ausland vertreten. Das Volk hatte das letzte Wort und dessen Entscheide wurden ohne wenn und aber durchgesetzt und mit Selbstverständlichkeit gegen aussen vertreten. Die Schweiz war stets in Europa unbequem, aber unsere Demokratie wurde respektiert und bewundert. Vetternwirtschaft und Politfilz waren verpönt. Natürlich gab es das auch, aber eher auf kleinem Feuer nach dem Motto, gibst Du mir, gebe ich Dir. Man hielt zusammen und war stolz in diesem kleinen Land Bürger zu sein und leben zu dürfen. Heute rennen unsere Regierungsfunktionäre ins Ausland und entschuldigen sich für das Volk, das falsch abgestimmt hat. Die Regierung besteht aus wirbellosen Kriechtieren, die sich des Volkes schämen , statt mit Stolz die Volksrechte zu verteidigen. Das Geschwafel vom übergeordneten Völkerrecht ist ein Widerspruch in sich. Wenn das Völkerrecht unsere Volksrechte beschneiden, ist es unserem Recht zu unterordnen. Wer unser Recht nicht ablehnt, missachtet das Volksrecht. Das stört nur diejenigen, die es abschaffen wollen. Andere Völker haben ihre Rechtsordnung, wir haben unsere.
Das Gesetzbuch war noch dünn, man regelte nach Möglichkeit alles unter sich. Die Richter brauchte man nur für wirklich grobe Fälle, sie amteten auch nur nebenamtlich. Versicherungen gab es nur wenige, die auch nicht obligatorisch waren. Es musste nicht alles professionell geregelt werden. Man traf seine Entscheide in Eigenverantwortung nach dem gesunden Menschenverstand. Man pflegte den Sinn für Gerechtigkeit. Allerdings musste sich jeder und jede den gesellschaftlichen Gepflogenheiten fügen und es war Aufgabe der Familie, vor allem den Nachwuchs entsprechend zu belehren und zu beaufsichtigen. Anordnungen von Eltern und Lehrern wurden respektiert, der älteren Generation begegnete man mit Ehrfurcht und Anstand.
Wie sieht das heute aus? Anstelle von Anstand und natürlichem Rechtsempfinden trat eine Gesetzesflut, die bei strikter Anwendung zum grossen Teil absurd ist. Wer sich zur Wehr setzt, weil er oder sie sich ungerecht behandelt fühlt oder gar tätlich angegriffen wird, kann als Opfer leicht zum Täter werden und der Angreifer wird Opfer, weil er unangemessen hart angefasst wurde. Wer hilfsbereit ist, riskiert verurteilt zu werden, weil er nicht professionell vorgegangen ist. Wen wundert es dann, dass man lieber wegschaut, als Hilfe zu leisten? Wir leiden heute an einem Sicherheitswahn und Perfektionismus. Alles wird mit Verordnungen abgesichert. Die zwischenmenschlichen Beziehungen gehen vor die Hunde, die Menschen leiden an immer neuen Krankheiten und immer höheren Krankenkassenprämien.
Bei jedem Unglück steht ein Heer von Professionellen – Psychiater, Psychologen und Hilfsorganisationen – in den Startlöchern und stürzen sich auf die Opfer. Statt ortsüblich zu helfen, stehen sie sich nur im Wege und verpulvern Spendengelder. Seit Jahrzehnten betreiben wir Entwicklungshilfe, doch den Menschen geht es immer schlechter, weil man ihnen die Eigenverantwortung nimmt und sich überall einmischt. Vor allem in denjenigen Ländern, die reich an Bodenschätzen sind, werden die Menschen immer ärmer. Zum Glück scheint sich das Blatt zu wenden, sie fangen an den „entwickelten Ländern“ den Tarif durchzugeben. Vielleicht geht es gar nicht mehr lange und Europa wird aus Entwicklungsländern bestehen, die kaum mehr etwas zu essen haben, weil sie die Landwirtschaft vor lauter Globalisierung und Marktöffnung ruinieren. Dann wird sich das Problem der Überbevölkerung von alleine lösen. Wenn die heutigen Entwicklungsländer die Hilfsorganisationen, die nur die Lakaien der Hochfinanz sind, nach Hause schicken, müssen sie keinen Hunger mehr erleiden. Dann wird es an uns sein, um ein Stück Brot zu betteln.
Fazit: Nehmen wir unser Volksrecht wieder vermehrt wahr und benützen wir den gesunden Menschenverstand und das natürliche Rechtempfinden und pfeifen wir auf das übergeordnete Völkerrecht. Die Menschenrechte wurden für diejenigen Länder formuliert, welche die Volksrechte mit Füssen treten. Es blieb mehrheitlich bei der Formulierung, praktiziert werden sie kaum. Tragen wir zu unserem Land und unserer direkten Demokratie Sorge. Dazu braucht es Mut, Verstand und den unbedingten Willen zur Eigenständigkeit, was Selbstbeschränkung und Bescheidenheit fordert.
1.1.2010