Johanna Haidvogl-Werder

Dipl.Biologin

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                                                                                                      Gelterkinden, 12. Januar 2009

 

 

 

 

Sehr geehrte Partei- und Fraktionspräsidenten, Experten den Economie Suisse,

 

Am 8. Februar stimmen wir über die Weiterführung der Personenfreizügigkeit ab. Weil Sie zwei verschiedene Probleme in eine einzige Abstimmungsfrage verpackt haben, gibt es nun auch nur eine Antwort: Weiterführung der Personenfreizügigkeit: JA oder NEIN. In diese Grube haben Sie sich selbst manövriert.

 

Als Hauptargument für die Personenfreizügigkeit führen Sie an, dass die Wirtschaft auf Gedeih und Verderb von ausländischen Arbeitskräften aus der EU abhängt, weil die Wirtschaft nur dank der Personenfreizügigkeit genügend gute Fachkräfte rekrutieren kann.

Ich möchte hier nicht darauf eingehen, um welche Wirtschaft es sich da handelt. Aber mir sind folgende Fragen dazu eingefahren:

 

Seit dem 2. Weltkrieg hat sich einerseits die schweizerische Bevölkerung verdoppelt und anderseits wurde in allen Betrieben auf Teufel komm raus rationalisiert, so dass heute viel weniger Leute viel mehr produzieren bzw. leisten können. Folgerichtig sind die Löhne auch entsprechend gestiegen. Das war auch nötig, denn wie hätte man all die Produkte, in seither auf den Markt kamen, kaufen können. In der gleichen Zeit ist die ausländische Wohnbevölkerung auf rund einen Drittel angestiegen, dies obwohl vorher noch nie so viele Ausländer eingebürgert wurden.

 

Nun stelle ich mir diverse Fragen:

 

  1. Warum sind wir nun plötzlich trotz Rezession auf  ausländische Arbeitskräfte angewiesen. War die Wirtschaft bisher nicht fähig, die richtigen Leute zu rekrutieren und bildete der Staat in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft falsch aus. Die ausländische Bevölkerung produziert doch zur Genüge Nachwuchs.

 

  1. Da gab es vor vielen Jahren einen Herrn Schwarzenbach, der fand, wir hätten zu viele Ausländer im Land. Als Folge hat die Schweiz autonom Arbeitsbewilligungen restriktiver erteilt, konnte aber stets autonom Ausländer rekrutieren.

 

  1. Im Zuge der Finanzkrise und der Rezession nimmt die Arbeitslosigkeit – übrigens weltweit - zu, viele Betriebe       müssen  Kurzarbeit  verordnen. Glauben Sie im Ernst, dass wir weiterhin an Mangel von Fachkräften leiden? Bis die Steuerzahler weltweit alle faulen Wertpapiere der Banken bezahlt haben, dürfte es noch einige Jahre dauern.

 

  1. Wenn Ihre Argumente wahr sind, muss ich daraus schliessen, dass wir in der Wirtschaft und Politik mehrheitlic

Flaschen haben, die nicht fähig sind, den richtigen Nachwuchs in den richtigen Berufen auszubilden. Dies kann man nicht der SVP anlasten, da diese nur ein Wählerpotential von rund einem Drittel stellen. Zwei Drittel gehören den „fähigen“ Parteien an. Es ist wirklich peinlich, dass Sie die Rezession um Ihre Argumente für die Personenfreizügigkeit gebracht hat!

 

Ich erwarte von Ihnen schlüssige Stellungnahmen. Dieser Brief wird auf verschiedenen Homepages publiziert, auch Ihre Stellungnahmen dazu, ebenso keine Antworten oder solche die nicht plausibel sind.

 

                                                                                                              Mit freundlichen Grüssen

 

                                                                                                              Joh.Haidvogl