Die Botschaft hör ich wohl…!
Wir haben für weitere 4 Jahre unsere Landesregierung neu bestellt. Laut Verfassung sollten sie das Volk vertreten, d.h. nach bestem Wissen und Gewissen die Interessen der schweizerischen Bevölkerung wahrnehmen und gegen innen und aussen vertreten. Es ist klar, dass die Wünsche der einzelnen Wähler nicht berücksichtigt werden können. Jeder Bürger bzw. jede Bürgerin muss sich bewusst sein, dass die Parlamentarier die Interessen der Bevölkerung als Gemeinschaft wahrnehmen müssen.
Das ist sicher keine leichte Aufgabe, dies umso mehr, als das kleine Land Schweiz ein Vielvölkerstaat geworden ist. In den letzten Jahren wurden Leute eingebürgert, die aus Ländern stammen, die eine ganz andere Mentalität mitgebracht haben. Sie denken anders, haben ein anderes Rechtsempfinden, eine andere Einstellung zum Leben und stellen somit andere Ansprüche als die Menschen, die seit jeher mit diesem Land verbunden sind.
Somit kann man mit Fug und Recht sagen: Einem jeden Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann! Heisst dies deshalb aber, dass Regierungsmitglieder auf die Volksmeinung pfeifen und sich auf die Pflege der persönlichen Eitelkeit beschränken? Im Zuge des Wahlkampfs gibt man dann für die ungelösten bzw. vernachlässigten Probleme einfach den andern Schuld: Die Linken den Rechten, die Rechten den Linken und die unschuldige Mitte den beiden „Extremen“.
Wenn dieses Land nicht im Strudel der weltweiten Entrechtung der Völker zerrieben werden will, bleibt den Parteien nichts anderes übrig, als die Führung des Staates wieder zum Wohle der Allgemeinheit in die Hände zu nehmen, wobei halt auch gegenüber der eigenen Klientel eine Kompromissbereitschaft verlangt werden muss. Das wäre Konkordanz des Parlaments im Sinne von Volksvertretung. Wenn Standpunkte offen vertreten werden, kann der Bürger am Ende einer Amtsperiode selber entscheiden, welche Parlamentarier am ehesten in seinem Sinne wirkten. Gegenseitige Beschuldigungen werden so überflüssig, und die Wahlpropaganda kann sich auf Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft konzentrieren. Was geschehen ist, kann man sowieso nicht mehr ändern.
Die Parlamentarier werfen dem Bundesrat immer wieder mangelnde Konkordanz vor. Was verstehen sie eigentlich darunter? Schweigen und Schlucken von Fehlentscheiden? Für mich bedeutet Konkordanz, seine Argumente offen, klar und hart zu vertreten, aber schliesslich Kompromisse zu einzugehen, mit denen alle leben können. Alles andere kommt bei der Bevölkerung als Mauschelei an und für Fehler ist schliesslich niemand zuständig.
Wie wäre es, wenn sich die Mitglieder der einzelnen Parteien mehr ihrem eigenen Wissen und Gewissen verpflichtet fühlten und nicht bedingungslos dem Diktat der jeweiligen Führerclique folgten. So könnten sie beweisen, dass sie auch Demokratie leben und nicht nur dauernd davon reden, wenn sie eher Diktatur meinen. Zurzeit habe ich den Eindruck, dass schöne Schlagworte vor allem als Worthülsen zum dem Überdecken von Eigennutz, Selbstgefälligkeit und Machthunger dienen.
Reichen wir uns im Jahre 2008 gegenseitig die Hand. Die Schweiz gibt sich gerne als Pionier, in welcher Angelegenheit auch immer. Es ist an der Zeit, dass es – wenn auch ein kleines – Land gibt, wo nicht nur christlich geredet sondern gehandelt wird. Handeln mit Nächstenliebe statt dem allgemeinen Trend „Fressen oder Gefressenwerden“ nachzujagen. Die Politik könnte z.B. als Vorbild für die ganze Bevölkerung dienen. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern besinnliche Festtage, in einer Welt, in der ein 3. Weltkrieg durchaus gegeben ist. Jemand muss beginnen, das friedliche Beisammensein vorzuleben.
Die Redaktion: Johanna Haidvogl-Werder, Gelterkinden
22.11.07