Antwort zu: „Der EU beitreten – der Demokratie zuliebe!“ in der BaZ vom30.4.2007

 

Als ich diesen Bericht las, habe ich mich eigentlich nicht gewundert, dass ein Professor der „Politikwissenschaft“, so etwas schreibt.

 

Wer aus der Politik eine Wissenschaft macht, muss an sich schon sehr überheblich und eingebildet sein. Für mich ist diese Frage ganz unwissenschaftlich zu beantworten, nämlich die Politik als auch die Wirtschaft hat den Menschen zu dienen und zwar als Gemeinschaft. Das ist keine wissenschaftliche Frage, sondern eine Sache des Charakters und der Einstellung gegenüber Mensch und Natur im Allgemeinen. In der Abhandlung von Herrn Thomas Bernauer hat nur noch die Bemerkung gefehlt, dass die Mehrheit der Menschheit sowieso zu blöd ist, die Politik zu verstehen und deshalb die politischen Rechte, wie wir sie in der Schweiz kennen, völlig überflüssig wenn nicht gar schädlich sind. Somit können er auch dem Schweizer Volk so hemdsärmlig empfehlen, alle politischen Entscheide ruhig Leuten wie er zu überlassen, die sowieso alles besser wissen. Eine Alternative wäre natürlich, wenn die Politik nicht so verlogen und dafür verständlicher präsentiert würde.

 

So wie Bernauer dachten auch Friedrich Nietzsche und später hat Carl Schmitt, der Vater der faschistischen Theorien. Beide vertraten die Meinung, dass nur eine kleine Elite Führungsansprüche hat und über den Rest der Menschen nach Belieben verfügen könne. Nach diesen Theorien hat auch Leo Strauss an der Universität in Chicago gelehrt und die heutige amerikanische „Elite“, zu der Rumsfeld, Cheney, Wolfowitz, Perle, Ashcroft, Schultz etc.  gehören, politisiert ebenso nach diesem Strickmuster. Auch Zbigniew Brzezinski schrieb ein Buch in diesem Sinne: „Die einzige Weltmacht – Amerikas Strategie der Vorherrschaft“.  Das ist wahrscheinlich die gleiche „Politikwissenschaft“, der Bernauer anhängt. Danach heisst „freie Marktwirtschaft“ politisches Faustrecht und wozu braucht es dann noch Staaten, wenn doch der freie Markt alles regelt.

 

Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass ein Politikwissenschaftler über fundierte Kenntnisse in der Physik und Biologie verfügt, aber das ist auch nicht wichtig, sondern dass er selbstverständlich zur Elite gehört, die „Umweltentscheide“ trifft. So kann z.B. Herr Al Gore, seine CO2-Zertifikate möglichst gewinnbringend unter die Leute bringen  und dem dummen Volk  Schreckenszenarien des Klimawandels, die unter die Haut gehen, vortragen. Es gäbe übrigens eine ganz einfache Methode, den Verbrauch des CO2 drastisch zu reduzieren. Man müsste Wüsten aufforsten statt Wälder abholzen. Nur kostet das Geld und Arbeit und bringt keine Gewinne in den Spielcasinos mit der vornehmeren Bezeichnung „Börsen“. Es sollen ja 10mal mehr Dollars im Umlauf sein als das gesamte amerikanische Vermögen der USA darstellt. Würde man mit diesem vielen zurzeit wertlosen Papier die Aufforstung von Wüsten finanzieren, könnte sich die USA doch zusätzliches reales Vermögen erwirtschaften. Das wäre mit Arbeit verbunden und würde Arbeitsplätze schaffen.

 

Herr Bernauer  schreibt, die NGOs, die in der EU viel zu sagen hätten, sorgten dafür, dass kein Filz entstünde. Wo lebt er denn? Jedermann weiss, dass der EU-Filz längst Tatsache ist und die NGOs hängen wie die Fliegen in diesem Netz und füllen sich auch ihre  Säcke. Es ist bekannt, dass die Finanzprüfer der EU deren Abrechnungen schon mehrmals zurückgewiesen haben! Der Filz ist so gross, dass es niemand  wagt, diesen gordischen Knoten zu zerschlagen, wahrscheinlich weil es tödlich für die Karriere, wenn nicht lebensgefährlich wäre.

 

Johanna Haidvogl, Gelterkinden

2.5.2007