Herr
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz
Bundesgasse 3
3003 BERN
Gelterkinden, 21. April 2009
Sehr geehrter Herr Bundespräsident Merz,
Die Aufregung, die Sie bzw. Ihre Mitarbeiter wegen Herrn Ahmadinedschad verursacht haben, ist wieder typisch für die westliche politische Grosswetterlage. Ich finde, Sie haben das einzig Richtige getan. Rede- und Pressefreiheit gehören zu einem souveränen und demokratischen Staat und die Neutralität schliesst auch die Freiheit des Zuhörens ein. Wie kann man eine Rede verurteilen, wenn man sie gar nicht anhört. Als diplomatischer Vertreter der USA gehört das Zuhören ja zum obligatorischen Geschäft.
Herr Ahmadinedschad hat sich sicher nicht den diplomatischen Gepflogenheiten unterzogen, aber eigentlich nichts Falsches gesagt. Im Grunde war es doch nötig, dass mal einer klipp und klar die Fakten auf den Tisch legte. Ich bin überhaupt nicht gegen die Juden eingestellt, wie überall gibt es solche und solche. Aber was die Regierung - besonders die neue – betrifft, verspricht diese nichts Gutes. Menschenrechte und Demokratie werden nur dort beachtet, wo sie den Interessen dienen, sonst heiligt der Zweck alle Mittel.
Leider gibt es in unseren Behörden viel zu viele Mitglieder, die den aufrechten Gang verlernt haben, obwohl dies eigentlich das Merkmal des Homo sapiens wäre. Ich frage mich manchmal, worin wir uns eigentlich noch vom Affen unterscheiden?
Mit freundlichen Grüssen
Joh.Haidvogl